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Sie singen vom "Vuhchelfluhch" und der "Gaddehedde" - haben einen flotten Beat. Exoten am Mikrofon, die in irgendeiner weltfernen Sprache ihre Botschaften überbringen? Mitnichten. Auf der Bühne stehen "Leute von uns", Männer aus dem Spessart, die mit Rhythmen unserer Tage das konservieren, was immer rarer wird: Spessart-Mundart. Nachdenkliches mit Humurvollem mischen, geschickt den Sumpf des Trübseligen umgehen. Und mitreißen können. "Vuhchelfluhch" und "Gaddehedde" sind nur schwarz auf weiß gedruckte schwer verdauliche Buchstabenkombinationen. Werden diese Begriffe gesungen, in einen Zusammenhang gestellt, dann erschließt sich schnell ihre Bedeutung. "Vuhchelfluhch" ist schlicht und einfach 'Vogelflug', die "Gaddehedde" eine 'Gartenhütte'. Dieser Schatz aus dem Spessart ist das 'Erkberg Trio', seit 1999 'on stage', hörbar nicht nur bei Live-Auftritten sondern inzwischen auch auf CD. Das Trio hat sich der etwas anderen Volksmusik verschrieben. Sie dudelt nicht, sie fetzt und spiegelt dennoch Nostalgie. Ein Kernsatz aus dem Repertoire: "Ihbermurn is haut scho ehnegeneecht", was übersetzt etwa heißt: "Übermorgen ist Heute schon vorgestern". Also doch Wehmut ob der schwindenden 'guten alten Zeit'? Eher die Anregung, die Entwicklung kritisch zu sehen, sich daran zu erinnern, wie es einmal im Land der bunten Wälder war. Interpretiert von Männern, die höchst unterschiedliche musikalische Wurzeln haben. Der im Polizeipräsidium Frankfurt nach Betrügern fahndende Kriminalbeamte Niko Maiberger (Jahrgang 1957), der im Biebergemünder Rathaus unter anderem für den Tourismus zuständige Reiner Faß (Jahrgang 1961) und der in der 'Frankfurter Musik-werkstatt' Jazz-Gitarre studierende Florian Maiberger (Jahrgang 1984). Niko Maiberger ist Autodidakt, hat am Lagerfeuer die Gitarre geschlagen und im Jahre 2000 Reiner Faß mit der Idee begeistert, dem 'Kässeler Platt' eine kleine Überlebenschance zu geben. Reiner Faß hat im Kindesalter mit der Blockflöte begonnen, Akkordeon in der Musikschule Gelnhausen gelernt und Mundharmonika mit Unterstützung eines Onkels schon im Alter von acht Jahren. Niko Maiberger und Reiner Faß eint das Engagement in der Kasseler 'Harmonie' und ihren Chorgruppen, die Arbeit mit dem Nachwuchs dieses Vereins. Der Weg des Florian Maiberger, der sich als 'Musikaholic' bezeichnet: Ab sechs Jahre Unterricht auf der klassischen Gitarre, Ausbildung in der Musikschule Main-Kinzig an E-Gitarre und Schlagzeug, ab zehn Jahre Akteur in Bands und heute in so unterschiedlichen Formationen aktiv wie "Nevermind" (Punk), "Chop Suey" (Rock der härteren Gangart mit Eigenkompositionen) und "Abi01allstars" (Coverband). Florian Maiberger füllte 2000 die vorher - weil nur ein Duo - als 'kleinstes Trio der Welt' klassifizierte Arbeitsgemeinschaft Niko Maiberger/Reiner Faß auf Sollstärke auf. Und weil Florian auf dem Weg zum Musik-Profi ist, schiebt er seit 2002 auch die Regler beim Produzieren der CDs. Das etwas andere Volksmusik-Trio, das sich nach einem Spessartberg am westlichen Ortsrand von Biebergemünd-Kassel (Besenkassel) benannt hat, kann eine Seiten lange Bandgeschichte mit reichlich Schmankerln vorweisen, hat umjubelte Auftritte absolviert und auch schon mal 'für die Katz' gespielt. Der Jubel reichte stets als Motivation, um weiterzumachen. Dazu kam auch ein Sendungsbewusstsein: Dafür zu fechten, dass im Spessart der nächste Morgen heute nicht schon vorgestern ist. Zum Beispiel im Einsatz gegen den Plan, mitten durch das Herz der bunten Wälder eine Intercity-Trasse zu schlagen. Die Spessart-Lieder in 'Kässeler Platt' gibt es inzwischen auf vier CDs. Und es mangelt nicht an Einladungen, im Biebergrund und inzwischen auch bis weit in der Vorspessart hinein, Veranstaltungen mit mitreißenden Rhytmen und Texten zu würzen, die fast alle von einem Augenzwinkern geprägt sind. (eine Beschreibung von Heinz Kleine-Rüschkamp)
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